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Eine wichtige Zielsetzung beim Rückschnitt besteht darin, die Proportionen wieder herzustellen. Unter Proportionen verstehe ich folgende Punkte einzuhalten:
- Von oben gesehen sollte ein Ast die Form eines Dreiecks haben: Im inneren Bereich sollten sich die dickeren, längeren Ästen befinden!
- Von der Seite aus gesehen, sollten die nach schräg oben und nach aussen wachsenden Äste im inneren Bereich zu finden sein.
- Die längeren stärkere Äste sind die ältesten und befinden sich im inneren Bereich des Astaufbaus. Je mehr man nach aussen schaut, werden die Zweige kürzer, jünger.
- Alle Zeige richten sich zum Licht hin. Im Winter ist es nicht von tragender Bedeutung. Im belaubten Zustand ist dies von bedeutender Wichtigkeit, da Licht über Leben und Tod der Zweige entscheidet.

Der rechte obere AstDer rechte obere Ast: Vorher
Als dritter Ast habe ich mir den oberen rechten Ast vorgenommen, da dieser sich dem unteren noch unfertigen Ast unterordnen muss. Als oberer Ast ist er bedauerlicherweise unkontrolliert stärker gewachsen als der untere (der, der noch werden muss!)
Hier gelten die gleichen Regeln wie bei den anderen, von innen nach aussen arbeiten, Verzweigung mit kurzen Internodien fördern.



Der rechte obere Ast: Nachher
Obere Äste werden immer kürzer "geschoren", denn sie bekommen naturgemäß mehr Nahrung als die unteren. In der Natur sind die letzteren aber auch älter, wodurch das Gleichgewicht erhalten bleibt. In unserem Hobby, da alles "erzwungen" ist, ist es schwierig diese Proportionen einzuhalten. Obwohl ich das Problem erkannt habe, traue ich mich nicht radikal einzukürzen, da ich aufgrund der relativ schlechten Verteilung der Zweige keine günstige Schnittstelle finden kann. Hier hätten kurze Internodien mit schlafenden Knospen eine Entscheidung leichter gemacht.

Hier ist der betreffende obere Ast, der dem unteren die Show stiehlt. Länge korrigieren:
Die nächsten beiden Fotos zeigen den Baum von der linken Seite aus gesehen. Ganz vorne senkrecht zum Betrachter sehen wir den ersten unteren Ast mit seiner doch längeren Verzweigung (hier).
Man sieht auf der rechten Seite die beiden seitlichen Äste der rechten Seite und besonders, dass der obere ganz schön weit rausragt und dass er kräftiger als der untere ist. Er muss kürzer werden. Fährt man mit der Maus auf den oberen Viertel des Bildes, wird der Ast angezeigt.



Proportionen wahren:
Der obere Ast musste dann am Ende doch einen sauberen Rückschnitt erfahren. Dieser längere Zweig, den ich lang gelassen habe, wird nächstes Jahr dafür sorgen, dass dieser Ast wieder eine anständige Spitze bekommt. Auf dieser Art und Weise sorgt man für Verjüngung. Hier mit einem .gif illustriert.